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Kaiserpfalz Ingelheim

Aus dem Kreis der mittelalterlichen Königspfalzen tritt die karolingische Pfalz in Ingelheim durch ihren Begründer Karl den Großen hervor. Wie sein Vertrauter und Biograph Einhard berichtet, hat Karl selber die "propria dispositione" der Anlage verfügt. An der Stelle eines merowingischen Königshofes entstand einer der bedeutendsten Großbauten des frühen Mittelalters, der schließlich während der Regierungszeit Friedrich Barbarossas befestigt und zu einer weitläufigen Burganlage ausgebaut wurde. Aus den wenigen heute noch oberirdisch vorhandenen Bauteilen und den Ergebnissen der bisher möglichen Grabungen ergibt sich das Bild einer monumentalen dreiflügeligen Anlage, die an ihrer Ostseite durch einen mächtigen Halbkreisbau abgeschlossen wird. Die frühmittelalterlichen Kaiserpfalzmauern wurden später in die Wohnhäuser und Scheunen von Niederingelheim integriert, das auf einer Fläche von ca. 16.00 Quadratmetern auf den Überresten der Kaiserpfalz errichtet wurde. Die Stadt hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, diese in Privatbesitz befindlichen Gebäude sukzessiv aufzukaufen, um die Originalsubstanz der Kaiserpfalz wieder freilegen zu können. Durch einen Eigentümerwechsel sind nun Grabungen im Bereich des Palas mit seiner Aula Regia möglich, dem repräsentativen Kern der gesamten Anlage. Seit 2000 wird auch das sogenannte Heidesheimer Tor freigelegt, das mit seinen beiden flankierenden Türmen als Haupttor der Pfalz gilt. Im Sommer 1996 wurden die Grabungen im sogenannten Kiliansgarten abgeschlossen. Ein spektakulärer Fund ist eine Goldmünze Karls des Großen, der bisher einzig bekannten Münze dieser Art. Die Grabungen an der sogenannten Ottonenstraße laufen noch. Die Ausgrabungen südlich der Aula Regia haben bislang eine besonders hohe Anzahl von Funden und Befunden erbracht. Grablegungsstätten legen die Vermutung nahe, dass südöstlich der Apsis ein mittelalterlicher Friedhof existierte. Ein dreiseitig an der Apsis angebauter, zweischalig konstruierter Kachelofen mit einer Außenhaut aus flächenvergrößernden Becherkacheln war wahrscheinlich die Feuerstätte einer Warmluftheizung. Einzigartig an diesem Fund sind Bauart, Größe und der ausgezeichnete Erhaltungszustand des Ofens.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat 1995 bis 1999 die Grabungen in den Bereichen Ottonenstraße und Karolingerstraße und 2000 bis 2002 auf dem Areal um das Heidesheimer Tor unterstützt.



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