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Christuskirche Mainz

Christuskirche in Mainz
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Die evangelische Christuskirche wurde 1897 bis 1903 als monumentaler Abschluss der Kaiserstraße, dem bedeutendsten Mainzer Prachtboulevard der Jahrhundertwende, errichtet. Sie bildet den Kulminationspunkt der unter dem Einfluss des französischen "Kommunalbauwesens" von Eduard Kreyßig (1830-1907) projektierten Neustadtbebauung, einer der bedeutendsten Stadterweiterungen des späten 19. Jahrhunderts im Deutschen Reich. Der auf einem kreuzförmigen Grundriss von dem Architekten Franz Frederikson nach Plänen Kreyßigs errichtete Bau besitzt über der Vierung ein durchfenstertes Glockengeschoss mit einer mächtigen Kuppel, die nicht nur die Neustadt als modernes Pendant zur dombekrönten Altstadt markant hervorhebt, sondern bewusst auch einen Gegenpol zum Dom schafft. Dementsprechend bildet die auf Fernsicht konzipierte, mittlerweile grün patinierte Kuppel des Neorenaissancebaus nicht nur von vielen Straßen der Neustadt, sondern gerade auch im Fernblick zusammen mit dem Dom und dem Turm der Stephanskirche die wichtigste städtebauliche Dominante der Mainzer Stadt-Silhouette. Der Sandsteinbau erhebt sich über einem hohen Sockel; Eckpilaster und verkröpfte Gesimse, durch Mittelsäulen getrennte Fenster, Giebel mit Rosettenfenstern und die Satteldächer gliedern den Bau. Die Bedeutung dieses Kirchenbaus bemisst sich auch an dem 1894 ausgeschriebenen Wettbewerb, an dem außer Kreyßig auch andere bedeutende Architekten des deutschen Historismus teilnahmen. Die durch den Grundriss und die Kuppelbekrönung hervorgerufene, stark zentralisierende Tendenz des Innenraums orientiert sich am "Wiesbadener Programm", in dem man im Jahr 1891 die Vorstellungen vom evangelischen Kirchenbau zusammenfasste. Für den monumentalen Kirchenbau, der für 900.000,- Mark errichtet wurde, erhielt die Gemeinde ein "Gnadengeschenk des Kaisers" von 25.000,- Mark. Nach Kriegszerstörung erfolgte 1952 bis 1954 der Wiederaufbau nach Plänen des Trierer Architekten Otto Heinrich Vogel. Die auf den erhaltenen Stahlgitterbindern wiedererrichtete äußere Kuppelschale erhielt durch eine neue Aufteilung und die in Anlehnung an die Dresdner Frauenkirche geformte Laterne rein optisch einen stärkeren Höhenzug. Die typischen Gestaltungsmerkmale der 1950er Jahre weist vor allem der Innenraum auf. Der in Werk- und Feiertagskirche unterteilte Raum wurde getrennt mit hölzerner Flachkuppel bzw. Holztonnen versehen. Die puristische Gestaltung ist ein Beispiel für die in den 1950er Jahren zum Gestaltungsprinzip erhobene Fortsetzung der sachlich-ornamentfreien Architektur der 1920er und frühen 1930er Jahre.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich 1999 bis 2005 an Natursteinarbeiten am Tambour und der Fassadensanierung beteiligt.



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