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Eltville

Als sechst älteste Druckstätte der Welt ist Eltville eine Wiegenstadt des Buchdrucks. Die schwarze Kunst hat schon zu Lebzeiten Gutenbergs hier ihren Einzug gehalten.

Zwar ist die nahegelegene Stadt Mainz die Geburts- und Wirkungsstätte Gutenbergs, doch seine einzige Ehrung zu Lebzeiten hat der Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern in Eltville erfahren. Kurfürst Adolf von Nassau, der damals in der Kurfürstlichen Burg zu Eltville residierte, ernannte Johannes Gutenberg am 17. Januar 1465 mittels Urkunde zu seinem Hofmann und billigte ihm eine Leibrente, bestehend aus Getreide, Wein und Kleidung zu. Gutenbergs Bruder, Friele Gensfleisch, lebte von 1434 bis zu seinem Tode 1447 in Eltville. Und die Brüder Heinrich und Nikolaus Bechtermünze gründeten, vermutlich unter Anleitung Gutenbergs, in Eltville eine kleine Druckerei. Diese gab anno 1467 ein lateinisches Wörterbuch, das „Vocabularius ex quo“, heraus. In dieser Werkstatt wurde auch Thomas von Aquins „Summa de articulis fidei“ (1472) nachgedruckt. Im Burgturm erinnert heute eine Gutenberg-Gedenkstätte an die bahnbrechende Erfindung des „Man of the Millenium“. Mehrmals im Jahr organisiert der Eltviller Burgverein "Drucktage". Hierbei kann dann eine historische Florentiner Druckpresse in Aktion bestaunt werden.

Dort, wo weltberühmte Weine auf sanften, sonnenumschmeichelten Hügeln reifen, gedeiht auch die Königin des Blumenreichs prächtig. Schon Ende des 19. Jahrhunderts machte Eltville, die älteste Stadt im Rheingau, als Rosenstadt von sich reden. Carl Schmitt gründete 1871 in Eltville eine Rosenschule. Über eine halbe Million dorniger Schönheiten wuchsen damals jährlich vor den Stadtmauern auf großen Rosenfelder heran. Eltviller Rosen waren seinerzeit sehr angesehen und begehrt. Und so reichten die Geschäftsbeziehungen der Rosenschule sogar bis zum Hofe des Zaren in St. Petersburg. Nach dem ersten Weltkrieg wurde es zunächst ruhig um die Rosenstadt Eltville. Erst in den sechziger Jahren erlebte sie dank des damaligen Stadtgärtnermeisters Reinhard Pusch wieder einen Auftrieb. Er sorgte für die verstärkte Aufzucht von Rosen in den städtischen Grünanlagen. Und im Burggraben legte er 1979 Rosenbeete an und pflanzte Kletterrosen. Heute zeigen im Stadtgebiet rund 22.000 Rosenstöcke und 350 Sorten, darunter viele Raritäten und alte Rosen, ihre verschwenderische Blütenpracht. 1988 ernannte der Verein Deutscher Rosenfreunde die Stadt Eltville zur "Rosenstadt". In Deutschland gibt es insgesamt nur sechs Rosenstädte, vier Rosendörfer und einen Rosenkreis.

Zwei Jahre nach der Prädikatsverleihung taufte die Wein-, Sekt- und Rosenstadt eine Züchtung der Rosenschule Tantau auf den Namen 'Stadt Eltville'. Sie bekam wenig später eine asiatische Schwester, die den Namen 'Schönes Eltville' trägt. Der japanische Rosenzüchter Kazuzo Tagashira aus Hiroshima schenkte sie der Stadt Eltville. Anlässlich des Jubiläums „10 Jahre Rosenstadt Eltville am Rhein“ widmete die Wein- und Sektstadt den asiatischen Rosenfreunden eine neue Floribundarose, die den Namen 'Friedensgedächtnispark Hiroshima' erhielt.

Seit vielen Jahren pflegen Rosenliebhaber aus Hiroshima und Eltville eine herzliche Freundschaft. Während die farbenprächtigen japanischen Rosensorten in eigens hierfür im Eltviller Burggraben angelegten Beeten eine neue Heimat gefunden haben, wurzeln die tiefrot blühende 'Stadt Eltville' und die zauberhaft duftende 'Friedensgedächtnispark Hiroshima' im Botanischen Garten, auf dem Friedensboulevard und im Friedensgedächtnispark von Hiroshima. Die Rosen sind somit nicht nur Ausdruck der Freundschaft zwischen beiden Städten, sie sind ihren Betrachtern auch stille Mahnerinnen, den Frieden zwischen den Völkern zu erhalten. Die Stadt Eltville veranstaltet alle zwei Jahre die sogenannten „Rosentage“ mit einem mehrtägigen Programm rund um die Königin des Blumenreichs. Die nächsten Rosentage finden im Jahre 2004 statt.

Sehenswürdigkeiten:
Burg Crass, Martinstor, Altes Rathaus, Marktplatz, Stadtbrunnen, Adelshöfe, Patrizierhäuser

Freizeitgestaltung:
Radfahren, Wandern, Schifffahrten, Schwimmen, Weinproben, Altstadtführung



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Tourist-Information 
Schmittstraße 2
65343 Eltville
Tel:  0 61 23 - 9 09 80
Fax: 0 61 23 - 90 98 90

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