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Remagen

Foto: RLP-Tourismus

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Der Name Rigomagus ist keltischen Ursprungs und wurde erstmals im Jahr 356 erwähnt.

Das Kastell war zu diesem Zeitpunkt schon mit einer Festungsmauer umgeben, deren Kern am Deichweg sichtbar erhalten ist. Zahlreiche Funde aus der römischen Kaserne, der Siedlung vor ihren Toren und den Gräberfeldern sind im Römischen Museum zu besichtigen. Eine Kapelle des 15./16. Jahrhunderts wurde 1905 zum Museum ausgebaut. Dabei wurden die Reste eines Säulenganges gefunden und erhalten, die zum Eingangsbereich des Stabsgebäudes des römischen Kastells gehörte. Zur Mitte des 5. Jahrhunderts gab es eine Kirche, auf die möglicherweise die Pfarrkirche mit ihrem sehr alten Patrozinium St. Peter und Paul zurückgeht. Vor den Mauern ließen sich fränkische Siedler nieder. Sie legten ihren Friedhof auf dem heutigen Apollinarisberg an, wo eine dem fränkischen Nationalheiligen Martin von Tours geweihte Kapelle errichtet wurde. Von 1110 bis 1117 siedelten die Einwohner von Remagen dort mit Hilfe des Erzbischofs Friedrich von Köln Mönche aus dem Kloster Siegburg an. Nachdem diese Propstei mit Reliquien des heiligen Apollinaris ausgestattet worden war, entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert eine Wallfahrt auf den bald danach so genannten Apollinarisberg. Das Kloster wurde aufgelöst, nachdem die Mönche die Reliquien schon zuvor vor den anrückenden Truppen des französischen Revolutionsheeres in Sicherheit gebracht hatten. Das Klostergut wurde verkauft und gelangte in den Besitz des Grafen Egon von Fürstenberg-Stammheim, der die romanische Kirche 1838 wegen Baufälligkeit abreißen ließ. An ihrer Stelle wurde durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner ein Neubau errichtet, der 1843-1852 von Malern der Düsseldorfer Nazarenerschule vollkommen mit Fresken ausgemalt wurde. 1857 wurde das Franziskanerkloster auf dem Apollinarisberg gegründet. Erzbischof Friedrich gründete 1126 auf einer Insel im Rhein, gegenüber der Burg Rolandseck, die er einige Jahre zuvor hatte errichten lassen, ein Nonnenkloster. Nach einem Brand wurden die Gebäude 1773-75 neu errichtet. Erst im 19. Jahrhundert erhielt die "Liebfraueninsel" den Namen Nonnenwerth. 1854 gründeten Franziskanerinnen erneut ein Kloster dort und bauten eine Schule mit Internat auf. Die Burg Rolandseck wurde im 17. Jahrhundert zerstört. Der letzte Fensterbogen der Ruine stürzte 1839 ein. Auf Initiative des Dichters Ferdinand Freiligrath wurde der "Rolandsbogen" 1840 wiederaufgerichtet. Remagen wird urkundlich erstmals 755 genannt. Im Jahre 1198 wurde Remagen während der Streitigkeiten um das Königtum niedergebrannt. Erst 1246 konnte der durch den Pfarrer Richard veranlaßte Neubau von St. Peter und Paul geweiht werden. König Wilhelm von Holland verpfändete Remagen im Jahr 1248 vollständig an den Grafen Adolf von Berg. 1357 gestattete Kaiser Karl IV. dem Grafen von Berg, das ausdrücklich als "Dorf" bezeichnete Remagen mit einer Mauer zu befestigen. Bis 1794 blieb Remagen eine kleine Stadt, deren Landesherr zuletzt der Herzog von Jülich war. Neben den jährlich gewählten Bürgermeistern bestimmten Amtmänner und Vögte des Herzogs die Geschicke der Stadt.

Ein wichtiger Schritt war die Einführung der Reformation in Oberwinter 1549. Von katholischen Landesherren wurden die kleinen reformierten Gemeinden in Oberwinter und Remagen geduldet. Juden sind ab 1250 als Einwohner bezeugt. In späteren Berichten wird das gute Einvernehmen der Konfessionen betont. In zahlreichen Kriegen wurden Remagen und die umliegenden Orte mehrfach zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen. 1666 wütete die Pest und tötete fast die Hälfte der Einwohner. Die wirtschaftlichen Folgen der Kriege wurden erst im 18. Jahrhundert überwunden.

Ein weiterer Einschnitt kam im September 1794 mit dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen. Remagen wurde französische "Mairie", der die Orte Bodendorf, Oedingen und Rolandswerth zugeschlagen wurden. Diese Zuordnung wurde bis 1815 beibehalten, als das Rheinland preußisch wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts sprengte die mittelalterlichen Stadtmauern. Das Dampfschiff veränderte zunächst das Transportwesen. 1858/59 erreichte die rheinische Eisenbahn Remagen und verband es mit Bonn, Köln und Koblenz, 1880 folgte die Ahrtalbahn. Der Rhein wurde von Touristen entdeckt. Reiche Unternehmer bauten mit Humboldstein, Marienfels, Calmuth, Herresberg und Ernich herrschaftliche Wohnsitze in bevorzugter Lage über dem Rhein. Dieser Entwicklung setzte der 1. Weltkrieg und die nachfolgende Besatzungszeit ein Ende. Fast gleichzeitig wurde der Weinbau, der über mehr als ein Jahrtausend die Wirtschaft bestimmt hatte, innerhalb von wenigen Jahren ein Opfer von Schädlingen. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde Remagen durch Bomben schwer getroffen. Der unerwartete Rheinübergang von US-Truppen am 7. März 1945, der die "Brücke von Remagen" weltberühmt machte, hat die Stadt vielleicht vor noch schlimmeren Schäden bewahrt. Das riesige Kriegsgefangenenlager, verwandelte im Frühjahr 1945 die "Goldenen Meile" in ein Feld des Leidens, das bei vielen auch Jahrzehnte später noch schmerzliche Erinnerungen weckt. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 brachte die Nähe zum Regierungssitz Bonn zunächst eher Nachteile für Remagen, wurden doch zahlreiche Hotels und Gebäude für die Zwecke des französischen Hohen Kommissars André Francois-Poncet in Beschlag genommen. Mit einer großzügigen Stiftung hat Francois-Poncet aber auch zum Wiederaufbau und zur Verschönerung der Stadt beigetragen. Ernich war 1955-1999 Residenz der Botschafter der Französischen Republik. Heute hat die Stadt Remagen rund 17.000 Eiwohner. Bei der Kommunalreform 1969 schlossen sich die zuvor selbstständigen Gemeinden Oberwinter, Oedingen, Remagen, Rolandswerth und Unkelbach zur "Stadt Remagen" zusammen, während Bodendorf ausschied.

Sehenswürdigkeiten:

Friedensmuseum, Römisches Museum, Rathaus, Friedenskirche, Martinsbrunnen, Kapelle "Schwarze Madonna"

Freizeitgestaltung:

Wandern, Radfahren, Schwimmbad



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